Sehnsucht, Berufung, Entscheidung

Du spürst in Dir eine Sehnsucht nach Mehr, nach Tiefe? Du möchtest Gott ins Zentrum Deines Lebens stellen?

„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt?" (RB Prolog 15)

Berufung fängt so an, lässt nicht los. Es ist die Einladung Jesu, Ihm auf eine ganz konkrete Weise nachzufolgen. Das geistliche Leben zieht Dich an, fasziniert Dich, die Liebe zu Christus, zur Kirche, zum Mitmenschen. Du hast das Gefühl, dass gerade Dich Christus für seinen Dienst braucht und Du Talente hast, die Du dabei optimal einsetzen und entwickeln kannst. Da kann ich ganz Mensch sein, ganz der, der ich vor Gott sein soll.

Dein Weg mit Gott, Dein Weg zum Glück, Leben in Fülle...

Dann prüfe Dich, überlege und trau Dich, eine Entscheidung zu treffen!

 

 

Hab Mut! Gott sagt zu dir: „Seht, ich bin da.“ Was kann beglückender für uns sein als dieses Wort des Herrn der uns einlädt? Seht, in seiner Güte zeigt uns der Herr den Weg des Lebens.

(RB Prolog 18-20)

Stationen auf dem Weg

"Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen..." (RB 58,1)

Mönch und Benediktiner von Kremsmünster wird man nicht über Nacht, es ist ein Weg mit mehreren Etappen, eine Zeit von Reflexion, Prüfung und Entscheidung.

Das Postulat - Ankommen

Deine Entscheidung wird konkret. Bei Besuchen und Gesprächen wächst das Gefühl, dass Dich diese Lebensweise und diese Gemeinschaft ansprechen, Gott Dich vielleicht gerade hierher beruft. Dann braucht es Überwindung und Mut, im Kloster um Aufnahme zu bitten.

Es beginnt das Postulat: Ins Kloster einziehen, mitleben, ankommen.

Üblicherweise dauert diese Zeit einige Monate; an ihrem Ende steht die Entscheidung für die nächste Etappe, das Noviziat.

„Wenn er noch immer bleiben will,...“ (RB 58,11)

Das Noviziat – Einübung ins klösterliche Leben

Am Beginn dieses Abschnitts seht die Station der Einkleidung: Der Novize erhält das Ordensgewand und einen neuen Namen; der Start in ein neues Leben. Das eine Jahr des Noviziates dient dem Lernen und der gegenseitigen Prüfung, zu wissen worauf Du Dich einlässt und ob genau dieser benediktinische Weg der Gottsuche Dein Weg ist, zu dem Du und die Gemeinschaft Ja sagen können.

Praktisch heißt das: Leben im Kloster, Begleitung durch den Novizenmeister, Unterricht durch mehrere Patres über die Regel des hl. Benedikt, die Psalmen, theologische Fragen, die Liturgie, das eigene Kloster und vieles mehr im Haus und in anderen Klöstern sowie Mitarbeit bei den Aufgaben, z.B. in der Gärtnerei oder in der Sakristei.

All das soll es Dir möglich machen, am Ende eine reife Entscheidung zu treffen.

Die Profess – Bindung auf (Lebens-)Zeit

Einen vorläufigen Abschluss der Entscheidung bildet die zeitliche oder einfache Profess, das Versprechen, sich auf drei Jahre an das Kloster zu binden.

Die Kriterien dafür sind der Eifer für den Gottesdienst, Gehorsam dem Abt und den Mitbrüdern gegenüber und ob einer sich gut auf andere Menschen und schwierige Situationen einlassen kann. Über allem steht die Gottsuche. Inhalt der Profess sind die drei benediktinischen Versprechen der Beständigkeit, des klösterlichen Lebenswandels und des Gehorsams.

Sinn dieser Etappe ist die Vertiefung und die erneute Erprobung, ob Du dieses Leben als Mönch Dein ganzes Leben lang führen möchtest und kannst. Überhaupt dient sie der weiteren Ausbildung, menschlich wie fachlich etwa durch eine Lehre oder ein Studium, v.a. der Theologie.

Ist Deine Entscheidung und die der Gemeinschaft gereift, kannst Du nach frühestens drei Jahren die ewige Profess ablegen und so Vollmitglied der Gemeinschaft mit allen Rechten und Pflichten werden. Dann steht gegebenenfalls auch die Weihe zum Diakon und Priester an.

Damit geht das Abenteuer der Berufung erst richtig los, ein ganzes Leben...

"Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes." (RB Prolog 49)

Unsere Versprechen

Drei Versprechen zeichnen uns Benediktiner aus; sie werden im Kapitel 58 der Regel genannt: Stabilitas sua, Conversatio morum suorum und Oboedientia, d.h. Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam.

Was bedeuten sie?

  • Beständigkeit (stabilitas sua): Damit ist gemeint, dass der Mönch dran bleiben soll am Projekt der Gottsuche in der konkreten Gemeinschaft, nicht aufgeben, sondern durchhalten soll. Ihr Gegenteil ist die Unentschlossenheit, Sprunghaftigkeit und Bindungsscheue. Dem setzt Benedikt das Bleiben aus dem Johannesevangelium entgegen: Bleibt in meiner Liebe! (Joh 15,9). Dieses Bleiben bezieht sich wesentlich auch auf die Gemeinschaft, in die der Mönch eingetreten ist (stabilitas in congregatione, RB 4,78); eine „stabilitas loci“ als Ortsbindung findet sich in der Regel nicht ausdrücklich.
  • Klösterlicher Lebenswandel (conversatio morum suorum): Hier geht es um die beständige Umkehr, sich und sein Leben immer wieder neu auf Christus auszurichten. Die eigenen Lebensgewohnheiten sollen Schritt für Schritt in eine monastische Lebensform umgewandelt werden, jeden Tag aufs Neue; mit der Stabilitas ist es so eng verbunden. Bei diesem Versprechen sind auch die evangelischen Räte der Armut bzw. eines einfachen Lebensstils und der Ehelosigkeit mit gemeint, die selbstverständlich zum klösterlichen Leben gehören und daher von der Regel nicht extra genannt werden.
  • Gehorsam (oboedientia): Dieses Gelübde, der dritte evangelische Rat, spielt eine große Rolle für das Leben der Gemeinschaft wie für das geistliche Leben, in dem es verankert ist. Die Regel nennt es „die Haltung derer, denen die Liebe zu Christus über alles geht“ (RB 5,2). Der Gehorsam ist also Ausdruck der Nachfolge Jesu, der ganz den Willen des Vaters getan hat. Hinhören auf Gottes Wort und Willen, der im Oberen und in der Gemeinschaft zum Ausdruck kommt. Es gibt daher in der Regel nicht nur den Gehorsam gegenüber dem Abt, sondern genauso den gegenseitigen Gehorsam der Brüder untereinander.

Als Gast im Kloster

Junge Männer, die sich auf dem Weg befinden, Ihre Berufung zu suchen, bekommen im Sift Kremsmünster die Möglichkeit, einige Zeit (je nach Vereinbarung, maximal ein Jahr) im Kloster zu verbringen. Dafür gibt es ein spezielles Angebot für junge Männer, die einmal einige Zeit im Kloster mitleben möchten. Informationen findest Du hier: expertimentum monasticum – das andere Abenteuer

Mönch werden in Kremsmünster

Das Thema Berufung lässt Dich nicht los? Ein Leben aus Gebet und Arbeit, als Teil einer lebendigen Gemeinschaft, nach der Weisheit der 1500 Jahre alten Regel des hl. Benedikt. Christus nichts vorziehen. Das könnte Deins sein?

Irgendwie steht eine Lebensentscheidung an und Du überlegst, Dich auf einen geistlichen Weg zu machen?

Dann melde Dich bei uns; wir helfen Dir weiter, Deinen Weg zu finden.

Wir Benediktiner von Kremsmünster sind eine lebendige Gemeinschaft von Jung und Alt, die es an diesem Ort schon über 1240 Jahre gibt. Der Rhythmus von Gebet, Lesung, Eucharistiefeier, der Mahlzeiten, der Arbeit und Freizeit prägt unseren Tag, ja unser Leben als Mönche, ein erfülltes, spannendes und abwechslungsreiches Leben, dass in allem Gott verherrlicht werde (RB 57,9).

Die Aufgabenbereiche sind sehr vielfältig und reichen von unserem Gymnasium, der Seelsorge in den Pfarren rund um das Kloster, der Jugendarbeit und geistlicher Begleitung, über Aufgaben in Kunst und Wissenschaft bis zur Gärtnerei und Kellerei. So ist für die unterschiedlichsten Interessen und Begabungen Platz im Hause Gottes.

Mehr über unser Leben findest Du hier. 

Wir freuen uns auf Dich!

Dein Ansprechpartner

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