13. August 2021

Konventausflug nach Steyr

Auch heuer stand nach den Tagen der Exerzitien ein gemeinsamer Ausflug am Programm, wiederum gut organisiert von Subprior P. Ernst.

Heuer ging’s nicht in die weite Ferne, sondern wir besichtigten in Steyr die O.Ö. Landesausstellung und die Stadtpfarrkirche. Der Besuch in der Filialkirche Stadlkirchen, ein kulturelles Kleinod, bildete den Abschluss dieses Tages.

Macht, Prunk und Intrigen im Leben der Adeligen
In der Galerie des Schlosses Lamberg und in den historischen Prunkräumen empfing uns adeliges Ambiente. Wir erlebten, wie sich die edlen Damen und Herren ihre Zeit mit Kunst und Kultur, barocken Schlittenfahrten, abenteuerlichen Reisen und sportlichen Leistungen vertrieben. Wir tauchten ein in den luxuriösen Lebensstil des Barock und ließen uns von der Atmosphäre der Schlossbibliothek beeindrucken. Im 18. Jahrhundert umgebaut, zählt die Bibliothek mit rund 12.000 Bänden zu den bedeutendsten Privatbibliotheken Österreichs.
Die Führung durch die Ausstellung im Schloss Lamberg bot uns Einblicke in das Leben der Adelsfamilie Lamberg und lädt dazu ein, Merkmale der Macht genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Besucher können sich selbst in mächtige Posen werfen, P. Christoph machte dabei gute Figur 😉

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Dann gingen wir zur Stadtpfarrkirche. Sie ist reich an Kunstschätzen. Diese reichen von den bemerkenswerten Glasfenstern, dem reich verzierten Sakramentshäuschen, den wertvollen Eisenarbeiten, dem Taufbecken bis zum Kirchengestühl. Altar, Kanzel, Seitenaltäre und Pfeilerstatuen stammen aus der Zeit der Regotisierung zwischen 1854 und 1857.
Beachtenswert ist das mit sechs verschiedenen durchbrochenen Wirbelmustern ausgestattete Türchen des Sakramenthäuschens. Zentrum der Taufkapelle in der Turmhalle ist das Taufbecken, das aus Zinnplatten über einem Holzkern mit Relief und reichem Ornament gearbeitet ist.

Bemerkenswert sind die Initiativen der Stadtpfarre: Ein Kirchendienst an allen Wochentagen(!) heißt die Besucher willkommen; viele Anregungen zur spirituellen und meditativen Besichtigung der Kirche werden gegeben, u.a. eine "Zehn-Minuten-Wallfahrt" zu drei Stationen.
In der angrenzenden Margarethen-Kapelle beteten wir die Mittagshore.

Nach dem Mittagessen stand wieder eine Führung am Programm: Der urbane Lebensstil des Bürgertums wird im Innerberger Stadel gezeigt.
Der Innerberger Stadel ist Sinnbild für den Reichtum der Stadt durch Eisenhandel und Industrie. Die Ausstellung nahm uns mit in die Welt der Kaufleute, Industriellen, Intellektuellen und Handwerker von der Zeit der vorindustriellen Eisenwirtschaft bis zu den innovativen und kreativen Unternehmen der Gegenwart. 

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Zum Ausklang des Tages ging die Fahrt noch zu einem kulturellen Kleinod, in die Filialkirche Stadlkirchen.
Wir erhielten eine sehr informative Führung. Die Filialkirche Stadlkirchen steht auf geschichtlich bedeutsamem Boden. Schon im Jahr 777 wurde der Bau einer Kapelle in Stadlkirchen urkundlich erwähnt. Im Jahr 1074 ist dort erstmals die Weihe einer Kirche dokumentiert, die in den folgenden Jahren vielfach erweitert und umgebaut wurde. Gerade in der Zeit der Reformation und Gegenreformation war Stadlkirchen ein geistiges Zentrum. Anfang der 1990er Jahre wurden in der Kirche bemerkenswerte Wandmalereien aus dem 14. und 16. Jahrhundert freigelegt. Hervorzuheben sind vor allem die Darstellung der Schutzmantelmadonna, der Evangelisten im Kreuzrippengewölbe und der Hl. Margarete, die die Schutzpatronin der Kirche ist.

Dankbar für diesen Tag in froher, brüderlicher Gemeinschaft und mit vielen Eindrücken von den Ausstellungen in Steyr sangen wir in dieser Kirche gemeinsam die Vesper.

P. Josef Stelzer

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