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Jugendliche in einem Zelt mit ausgestreckten Armen, im Hintergrund ein Kreuz
20. Juli 2026

"Fürchte dich nicht"

Das war das Jugendtreffen im Stift Kremsmünster.

Vom 14.-19. Juli 2026 trafen sich über 500 junge Menschen im Stift Kremsmünster, um sich mit den großen Fragen des Lebens zu beschäftigen sowie gemeinsam Glaube und Gemeinschaft zu erfahren. In den Klostergärten erwartete die Jugendlichen ein buntes Programm. Abt Bernhard Eckerstorfer OSB feierte mit ihnen am Sonntag den Abschlussgottesdienst.

„Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht hier ist euer Gott!“ (Jesaja 35,4).“ Mit diesem Motto wurden junge Menschen im Alter von 14 bis 30 Jahren eingeladen. Über die zahlreiche Jugend und die sensationell gute Stimmung zeigte sich Rupert Santner (36), Pfarrer in Faistenau und Teil des ehrenamtlichen Teams, beeindruckt: „Anliegen des Treffens ist es, in diesen Tagen den Jugendlichen eine echte Begegnung mit Gott in lässiger Atmosphäre und guter Gemeinschaft zu ermöglichen, die Spuren hinterlässt. Freundschaften, Impulse, Lobpreis, Gebet, die Schönheit der Natur und Sport sollen helfen, eine besondere Erfahrung im Glauben zu machen“, so Santner.

Untergebracht waren die Jugendlichen an verschiedenen Orten im Stift, in Klassen des Gymnasiums und im Haus Subiaco – meist mit Matten und Schafsack. Die weißen Zelte in den Stiftsgärten luden zu einem lustigen und abwechslungsreichen Programm ein: Discofox tanzen, Schwimmen und Fußballturniere, Workshops mit Themen wie „Glaube und Wissenschaft“ von P. Anselm Demattio OSB, „Mental Health“ von Josef Hiebaum oder „Kirche als No1 Global Player der Nächstenliebe“ mit Anne Fleck von Missio. Außerdem gab es auch Talks in Form von „Don Rupi will‘s wissen“ etwa mit Ordensschwestern über ihre Berufung oder Ferdinand Trauttmansdorff über seine Tätigkeit als Diplomat und Christ, wo Jugendliche einfach Fragen stellen und direkt Antworten bekommen konnten.

Aber auch Sport, Musik und Theater kamen nicht zu kurz. So spielten die Jugendlichen ein selbstgeschriebenes Theaterstück mit dem Titel „Cor Exultans“ über das Leben der heiligen Cecilia, einer frühchristlichen Märtyrerin. Die Ordensleute zeigten ihre Unterhaltungsfähigkeiten beim Abend der Freude, wo ein Rap, vorgetragene Balladen und Einradfahren mit der steirischen Harmonika zu den Highlights gehörten. Eine Besonderheit war auch die gemeinsame Vesper am Dienstagabend und die Laudes am Sonntag in der Früh mit den Benediktinern von Kremsmünster, die den Jugendlichen Einblick in die benediktinische Lebensweise bot.

Die Möglichkeit für den persönlichen Gedankenaustausch gab es in den 16 Austauschgruppen. Dort wurde das Erlebte immer wieder gemeinsam diskutiert und reflektiert. Jede dieser Gruppe war auch für allgemeine Dienste eingeteilt: Gemeinsames Putzen, Abwaschen und Essenausteilen stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl. Der 21-jährige Leon meinte: „Auch unter den Kochtöpfen kann man Gott finden. Man merkt erst da, wie viel Engagement es hier gibt, damit das Fest stattfinden kann. Gemeinschaft und Humor erlebt man auch beim Abwaschen.“

Interessante Gespräche fanden auch im stiftseigenen Heurigen statt, wo man bei sommerhaften Wetter Eiskaffee oder Bananensplit – zubereitet von Kapuzinern – genießen konnte; am Donnerstag wurde der Rekord von 444 Portionen aufgestellt. Insgesamt waren über 24 verschiedene Ordensgemeinschaften vertreten, die das Treffen bereicherten.

Liturgische Feiern bestimmten den Tagesablauf, in einem eigenen Zelt gab es die Möglichkeit zum stillen Gebet und zur Anbetung. Höhepunkt war die Eucharistiefeier in der Stiftskirche Kremsmünster mit Abt Bernhard Eckerstorfer OSB zum Abschluss des Jugendtreffens.

Abt Bernhard zitierte die 1. Lesung des Sonntagsgottesdienstes: „Weil du, Gott, über Stärke verfügst, richtest du in Milde.“ (Weish 12,18) und meinte dazu: „Unsere Hartherzigkeit kommt aus einer Schwäche! Wollen wir stark sein, dürfen wir gütig und demütig von Herzen werden, wie unser Heiland Jesus Christus.“ Der Abt des Stiftes Kremsmünster rief die jungen Menschen in Anspielung auf das Gleichnis Jesu über den Weizen und das Unkraut (Mt 13,24-30) dazu auf, aufmerksam zu sein für das, was wächst. „Wer sich verbissen und humorlos auf das Unkraut konzentriert, zertrampelt die Pflänzchen, die schön werden könnten und Früchte bringen. Gott sät aus, nicht wir – und er beurteilt am Ende der Zeiten, nicht wir. Gott wird uns überraschen, was letztlich Wert und Bestand hat!“ Der Haltung Jesu entspringe eine große Freiheit: andere nicht ständig beurteilen oder verurteilen zu müssen. Sie führe zur Empathie und Gelassenheit. Das bedeute allerdings nicht, keine notwendigen Grenzen zu ziehen, wie Abt Bernhard an der aktuellen Diskussion über die Leihmutterschaft herausstrich, in der die Menschenwürde verletzt und ein Kind als Ware gehandelt wird, oder im Umgang mit der Piusbruderschaft, die sich vom Papst losgesagt hat.

Musikalisch wurden die Gottesdienste durch die mitreißenden Lieder der Jugendband gestaltet; Daria (15) meinte begeistert: „Die Musik und die Liturgie beeindrucken mich hier. Die Freundlichkeit der Jugendlichen habe ich so noch nie erlebt und ich habe viele neue Kontakte geschlossen. Am liebsten würde ich noch länger bleiben!

Fotos: jugentreffen.at