„Wir gehen mal eben die Welt retten!“

So oder so ähnlich hätte das Motto der WPG-Gruppe aus Geographie und Wirtschaftskunde lauten können, als sie sich am vergangenen Samstag (13.11.) im Kulturzetrum Kremsmünster traf. Die Schüler und die Schülerin waren Teilnehmer und Zeugen einer ganz besonderen Veranstaltung: Das Raumplanungsbüro Rosinak § Partner aus Wien hat sich Kremsmünster als Pilotgemeinde für ein neuartiges Planspiel ausgesucht:

Ziel war es, eine fiktive UNO Konferenz abzuhalten, in deren Zuge Vereinbarungen getroffen werden mussten, die bewirken sollten, dass die Klimawende eingeläutet wird und dass die Pariser Ziele von einer maximalen Erwärmung der Erde von 2°C erreicht werden.

Dafür wurden die anwesenden 22 TeilnehmerInnen in sechs Gruppen eingeteilt: Land- und Forstwirtschaft, Erneuerbare Energie, Fossile Energie, Industrie, Regierungen und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO). Die Gruppen mussten in informellen Gesprächen untereinander Kompromisse und Vorschläge ausverhandeln, die dann im Plenum präsentiert wurden. Es gab mehrere Verhandlungsrunden. Jede einzelne Maßnahme wurde in einen Kalkulator eingegeben, der die Auswirkungen auf die globale Durchschnittstemperatur ermittelte. Das Ergebnis wurde dann auch wissenschaftlich analysiert. Z.B. dass es keinen Einfluss auf das Weltklima hat, wenn man auf Elektromobilität umsteigt, den Strom für die Produktion und den Betrieb der Autos aber aus fossilen Quellen erzeugt.

Nach dreistündigen, zähen Verhandlungen kam heraus, dass kein Weg an einer viel höheren als der real bestehenden CO² Besteuerung vorbei führt, dass aber auch viele weitere, einschneidende Maßnahmen notwendig sind, um die Pariser Ziele zu erreichen.

Die kürzlich in Glasgow abgehaltene Klimakonferenz, zu der 40 000(!) Menschen aus allen Teilen unseres Planeten anreisten, schaffte wenig überraschend nur eine verwässerte Erklärung, die am Status Quo nicht viel ändern wird. Oder wie Greta Thunberg das Ergebnis trefflich zusammengefasst hat: „Blablablabla!“

Nach der Arbeit wurden wir am Ende noch vom Bürgermeister zum Essen im Gasthaus Hüthmayr eingeladen.

Dieser Lehrausgang war wohl für längere Zeit wieder einmal der letzte. Vielleicht sogar der letzte in ganz Oberösterreich, weil er am Wochenende vor dem Teillockdown und dem neuerlichen Verbot von Schulveranstaltungen stattfand.

Klaus Thaler