Zwischen Spraydose und Fußballeuphorie

Der Mural Harbor gilt als eines der größten Freiluftmuseen für Streetart und erstreckt sich über rund 30.000 Quadratmeter entlang des Linzer Hafens. Auf den Fassaden dieses außergewöhnlichen Areals können Besucherinnen und Besucher Wandgemälde internationaler Künstlerinnen und Künstler – sogenannte Murals – bewundern. Die Kunstwerke stehen nicht nur für Individualität, Kreativität und handwerkliches Können, sondern sind zugleich Teil eines umfassenden Projekts zur Verschönerung und Belebung des städtischen Raums.

Am Dienstag, den 23. September, hatten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen die Gelegenheit, im Rahmen einer Führung diese beeindruckenden Werke im Hafengelände zu bestaunen. Im Anschluss durften sie selbst zur Spraydose greifen: Mit einer großen Auswahl an Farben entwarfen sie eigene Graffitis und brachten diese auf einer vorbereiteten Wand an. Dabei nutzten sie die Chance gleich, um Werbung für den bevorstehenden Maturaball zu gestalten.

Vor dem Besuch im Mural Harbor stand eine Führung durch das Schlossmuseum Linz auf dem Programm. Dort widmete man sich der Ausstellung Wien – Linz um 1900. Ausgehend von der Blütezeit des Historismus in Linz, die mit dem Bau des Francisco Carolinum ihren Höhepunkt erreichte, zeigt die Ausstellung die spannende Entwicklung hin zur Moderne. Wie präsentierte sich Linz um die Jahrhundertwende? Welche Spuren hinterließen der Aufbruch in die Moderne in Wien, die Gründung der Wiener Werkstätte sowie die wegweisenden Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Tina Blau, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Koloman Moser oder Egon Schiele in der Stadt?

Nach einer ausgiebigen Mittagspause folgte eine Führung durch das Musiktheater Linz, in deren Verlauf die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Vielfalt der Berufe erhielten, die am Realisieren von großen Musikproduktionen beteiligt sind. Neben den für das Publikum zugänglichen Bereichen wurden auch die „Backstage“-Räumlichkeiten begutachtet und selbst im Probenraum der Musiker durfte Platz genommen werden. Großes Glück: Die Führerin einer Gruppe war selbst mehr als 20 Jahre als Musikerin im Brucknerorchester aktiv und konnte so spannende Anekdoten und Fakten aus dem Alltag eines Profimusikers liefern.

Am Abend stand dann noch eine Vorstellung in der BlackBox des Musiktheaters auf dem Programm. In „You’ll never sing alone“ wurden Emotionen im Fußballsport musikalisch aufgearbeitet und von den Protagonisten gesanglich dargeboten. Hierbei kamen nicht nur Musikfans auf ihre Kosten, sondern die abwechslungsreichen 70 Minuten boten auch allen anderen gute Unterhaltung.

Eva Höller und Peter Hager

Mural Harbor