
Obsculta, o fili! – „Menschen führen“ als Thema der Regel des Hl. Benedikt
Am 21. November hatte der CHC (Circulus humanitatis Cremifanensis) sein 13. Zusammentreffen. Zur Übersetzung und Interpretation nahmen wir uns ausgewählte Texte aus der Regula Benedicti vor. Wolfgang Leberbauer (sprachliche Anmerkungen) und Prior P. Maximilian Bergmayr (die Texte aus benediktinisch-theologischer Sicht) beschäftigten sich gemeinsam mit 20 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern – junge Leute und auch ältere Semester – mit Gedanken des Patrons Europas und Ordensvaters der Benediktiner.
Nach einer Auswahl aus dem Prolog standen die Kapitel über das von Benedikt vorgesehene Profil für die Persönlichkeit des Abtes, über Demut und das Amt des Cellerars (Wirtschafters) im Mittelpunkt der sprachlichen Betrachtung und der gemeinsamen Interpretation. Was der Ordensvater für Leitungsfunktionen vorsieht, lässt sich in verschiedenster Weise auf heutiges verantwortungsvolles und an den Bedürfnissen der Menschen orientiertes Führungsverhalten in Wirtschaft, Bildung und Verwaltung übertragen. Nicht umsonst gab es in letzter Zeit eine Reihe von Veröffentlichungen zu dieser Thematik. Beispielsweise seien Anselm Grün aus der Abtei Münsterschwarzach und Hans Hofinger (Altkremsmünsterer und Bankmanager, MJ 1969) genannt.
So manche Teilnehmende zeigten – auch nach vielen Jahren seit der Matura – beachtliche Kenntnisse in der lateinischen Sprache, außerdem gab es viele interessante Diskussionsbeiträge.
Aufgrund der intensiven Betrachtung und Besprechung der Texte mussten wir einige Passagen, die wir eigentlich noch vorgesehen hatten, auf einen späteren Termin des CHC verlegen.
Bevor wir zum anschließenden gemütlichen CHC-Stammtisch in die Stiftsschank aufbrachen, versuchten wir gemeinsam mit Prior P. Maximilian die Frage zu klären, wieviel Wein der Hl. Benedikt täglich für die Mönche vorgesehen hat. Wieviel eine „Hemina“ ist, die Benedikt als passendes Maß nennt, ist allerdings nicht eindeutig zu klären …
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für den anregenden Nachmittag!
Wolfgang Leberbauer



