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02. Februar 2024

Aktion und Kontemplation

Evangelienauslegung zum 4. Februar 2024, 5. Sonntag im Jahreskreis, verfasst von P. Daniel Sihorsch.

Evangelium nach Markus (Mk 1,29-39)

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Aktion und Kontemplation

Mit Jesus erleben wir einen Tag in Kafarnaum am nordwestlichen Ufer des Sees Genezareth – der Heimat von Simon Petrus und seinem Bruder Andreas. Es ist Sabbat, das Zentrum der jüdischen Woche. Nachdem Jesus in der Synagoge einen Besessenen geheilt hat, begibt er sich in das Haus von Simon und Andreas. Dort heilt er die bettlägrige Schwiegermutter des Petrus; er nimmt sie einfach an der Hand und richtet sie auf. Dieses Geschehen verbreitet sich in Windeseile, und nach Sonnenuntergang – mit Ende des Sabbats – kommt die ganze Stadt mit ihren Leiden. Jesus heilt und treibt Dämonen aus. Das sind die beiden rasch sichtbaren Kennzeichen für das Reich Gottes: Heilen und das Austreiben von Dämonen. Jesus tut dies zum einen im privaten, ganz persönlichen Rahmen und zum anderen im öffentlichen Raum, wo viele versammelt sind. Am nächsten Tag geht es bald weiter: „Alle suchen dich!“, rufen ihm seine Begleiter zu – und Jesus weitet seine Tätigkeit aus. Von Kafarnaum aus zieht er durch ganz Galiläa – sein Aktionsradius wird immer größer. Jesus ist voll im Einsatz; ihn drängt es zu den Menschen, ständig da in Verkündigung und in der Kraft zu heilen und dem Bösen zu wehren. Sein unermüdlicher Weg ist, den Menschen wieder eine heile Beziehung zu schenken, mit sich selbst, mit den anderen und mit Gott. Jesus verkörpert diese heile Beziehung – das spüren die Menschen. Doch auch für Jesus braucht es, das dürfen wir in all‘ dem Einsatz nicht vergessen, die Pflege der persönlichen Beziehung mit Gott: „In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.“ Den menschlichen Krug wieder füllen – in Ruhe und Gebet, damit das Wasser der Zuwendung wieder fließen kann. Das lebt Jesus uns vor. Nur so können wir gut einander die Hand reichen und aufrichten.

Wort zum Sonntag

Seit 2021 verfassen Patres des Stiftes Kremsmünster das Wort zum Sonntag, das bis Ende 2023 in der Printausgabe des OÖ Volksblattes veröffentlicht wurde. Seit Anfang 2024 ist diese Reihe in der online-Ausgabe des Volksblattes zu lesen und ab Februar 2024 auch auf der Stiftshomepage.

Links zu den Evangelienauslegung im Jänner 2024:

"Vom 'Coming Out' des Gottessohnes" - Wort zum Sonntag, 7. Jänner 2024 von P. Siegfried Eder

"Kommt und seht!" - Wort zum Sonntag, 14. Jänner 2024 von Subprior P. Ernst Bamminger

"Wenn möglich bitte wenden" - Wort zum Sonntag, 21. Jänner 2024 von P. Anselm Demattio

"Machtworte" - Wort zum Sonntag, 28. Jänner 2024 von Abt Ambros Ebhart