Skip to main content
08. Juni 2024

Wahres und Gutes nicht schlechtreden

Evangelienauslegung zum 10. Sonntag im Jahreskreis, 9. Juni 2024, verfasst von P. Christian Mayr

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (Mk 3,26-35)

Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.

Wahres und Gutes nicht schlechtreden

Jesus hat viele Menschen von körperlichen Gebrechen und psychischen Krankheiten geheilt. Bei letzteren vermutete man böse Geister als Ursache. Nun sind Schriftgelehrten extra aus der Hauptstadt Jerusalem angereist, um über diese Heilungen ein vernichtendes Urteil abzugeben: „Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“ Baal Zebul (erhabener Herr) hieß der heidnische Gott der Stadt Ekron im Gazastreifen; die Hebräer nannten ihn spöttisch Beelzebul (Herr der Fliegen).

Jesus verteidigt sich gegen diese Verschwörungstheorie und zeigt ihren Widerspruch auf: „Wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen … Wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung.“ Die gute Aktion Jesu dem unreinen Geist zuzuschreiben, ist ganz und gar verkehrt, ja unverzeihlich, denn es ist der Heilige Geist, der in Jesus wirkt. Wer das verneint, entzieht sich der Vergebung.

Gerahmt ist diese Auseinandersetzung vom Unverständnis der eigenen Familie, die Jesus nach Nazareth zurückholen will; sie meinen: „Er ist von Sinnen“. Aber Jesus bildet eine neue Familie um sich, die nicht durch Fleisch und Blut bestimmt ist, sondern durch den Geist: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Auch wir gehören dazu, wenn wir das Wahre und Gute nicht schlechtmachen, sondern anerkennen und tun.

Verfasst von P. Christian Mayr für Volksblatt online