28. Juni 2021

Schlüssel und Schwert

Impuls von P. Josef zum Hochfest der heiligen Petrus und Paulus.

In zwei Zusatzstrophen eines Liedes "Ihr Freunde Gottes" (GL 542) zum Fest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni heißt es:

Auf Petrus ist die Kirch’ gebaut, / auch dir, Sankt Paulus anvertraut. / Das Lob von eurer Herrlichkeit / singt heut die ganze Christenheit.  Helft uns …

Den Schlüssel führst, Sankt Peter, du; / das Tor des Himmels uns auftu. / O Paulus hilf, dass Gottes Wort / verkündet wird an jedem Ort. Helft uns …

Im Zentrum des Flügelaltars der Kirche in Heinfels / Tirol (siehe Foto: Detail des Flügelaltars) sind beide dargestellt: Petrus und Paulus – der eine mit dem Schlüssel, der andere mit dem Schwert.

Petrus Paulus c Hans Brunner

Das Evangelium sagt, Jesus selbst gibt Petrus „die Schlüssel des Himmelreichs“ (Mt 16.19) in die Hand. Petrus hat dies nicht als Machtstellung verstanden, sondern als Dienst. Dazu hat ihn Jesus schon vor seinem Leiden ermahnt: „Wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder!“ (Lk 22,32)

Paulus war ein Fanatiker. Er hatte sich in die Idee verrannt, Christinnen und Christen im Auftrag Gottes verfolgen zu müssen. Die Begegnung mit dem lebendigen Christus hat ihn geheilt. Christus will Entschiedenheit, nicht Fanatismus. Das Schwert zeigt nicht nur die Weise wie Paulus ums Leben kam, es symbolisiert vor allem die Entschiedenheit, in der er gelebt und sich für Christus eingesetzt hat.

Beide – Petrus und Paulus feiern wir am 29. Juni.

Schlüssel und Schwert können uns zeigen, wie uns christliches Leben gelingen kann: öffnen – unsere Häuser und Lebensräume und vor allem uns selbst. Unser Schlüssel ist Jesus. Entschieden sein in der Nachfolge – Jesus ist der Grund und das Ziel.

Schauen wir auf die beiden Apostel und bitten wir Christus um seine verwandelnde Kraft.

(Abbildung © Hans Brunner)

PETER und PAUL

Eine Doppelspitze:
Peter und Paul.

Der eine ein Fels
für den Bau der Kirche,
nicht aus sich selbst,
durch Christus, den Herrn.
Er ist es geblieben
bis in den Tod.
Gott braucht Menschen,
um Menschen zu retten
für ein Leben bei ihm.

Paulus, einst Saulus,
durch Gnade bekehrt,
brannte für Christus.
Er war nicht zu bremsen,
ging hinaus in alle Welt,
die Botschaft der Freude zu künden.
Er bezahlte es mit dem Leben.

Peter und Paul, beide zusammen
bilden ein Ganzes:
Stabilität und Dynamik,
Einheit und Vielfalt,
Kirche Jesu Christi,
Werkzeug in Gottes Hand.

Danke, Herr!
Es war eine gute Wahl.
Rufe auch heute Menschen
in deinen Dienst!

aus: Heinrich Bücker, Anstöße, dialogverlag, Münster 2016

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