statue des auferstanden christus
16. April 2022

Ostern verkündet uns das Leben

Predigt von Abt Ambros beim Auferstehungsgottesdienst in der Osternacht.

Ostern – das ist die Botschaft der Auferstehung und des Lebens. Diese Botschaft von Ostern ist nichts Neues – wir kennen sie – sie ist bereits 2000 Jahre alt. Aber dennoch ist es wichtig, dass wir sie Jahr für Jahr von Neuem hören und diese Botschaft in der Liturgie festlich feiern. Dieses muss sich bei uns tief einprägen, muss uns prägen und muss uns umgestalten zu österlichen Menschen. Wir dürfen die Freude über die Osterbotschaft nie vergessen. Wir brauchen Ostern für unser Leben. Ostern verkündet uns das Leben.

Ein Dichter hat einmal geschrieben: „Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen erzählt man Geschichten, damit sie aufwachen.“

So ist es auch mit der Ostergeschichte, mit der Ostererzählung: Sie will uns aufwecken für das Leben, sie will uns wach halten, damit wir an das Leben glauben. Die Osterbotschaft weckt uns und erinnert uns an die Urkraft des Lebens, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, und dass er lebt. Ostern ist kein Geschwätz, wie die Apostel es den drei Frauen unterstellt haben. Ostern ist eine Wirklichkeit und eine Wahrheit, die bis heute die Welt verändert hat.

Mit der Auferstehung Jesu hat der Tod seine Macht über uns Menschen verloren. Das Leben ist stärker als der Tod. Wir wissen, dass alles Leid und Elend, alle Krankheit und alle Qual und auch der Tod nicht triumphieren. Am Ende von allem steht das Leben. Uns ist die Garantie geschenkt, dass Gott, der uns ins Leben gerufen hat, auch ewiges und immerwährendes Leben schenkt. Ohne Ostern wären wir hoffnungslos und allem Ungemach ausgeliefert.

Die Boten der Auferstehung, die beiden Männer, sagten zu den Frauen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“ Die drei Frauen waren die ersten Zeugen der Auferstehung. Sie wurden zu österlichen Boten. Sie haben diese Nachricht den Jüngern überbracht.

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen erzählt man Geschichten, damit sie aufwachen.“

Die Apostel sind schön langsam aufgewacht. Sie wollten und konntes es nicht gleich glauben. Zu ungeheuerlich schien ihnen diese Botschaft. Der Tod soll besiegt sein? Der Tod soll keine Macht mehr haben? Österliches Licht erfüllt aber immer mehr ihren Geist und ihr Herz.

Der Jesuitenpater Alfred Delp, der am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee durch die Nazis hingerichtet wurde, sagte auf dem Weg zum Galgen zum Gefängnispfarrer: „In wenigen Augenblicken weiß ich mehr als Sie!“ Das ist österliche Hoffnung – in aller Hoffnungslosigkeit und Bedrohung, den Tod vor Augen, zu bezeugen, dass das Leben siegt.

Durch die Taufe wurde uns das ewige Leben eingepflanzt. Denn wir wurden hineingetauft in den Tod und die Auferstehung Jesus Christi. Der Keim des Lebens ist in uns eingesenkt.

Wachen wir wieder neu auf, lassen wir uns wieder neu aufwecken für diese so unglaubliche Botschaft, die uns heute in der Osternacht wieder neu verkündet wurde. Amen.

 

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