dreieckiger leuchter mit fünfzehn kerzen
29. März 2021

Da ist ein Licht

Die Trauermetten und der Tenebrae-Leuchter.

Die ganze Welt durchlebt seit über einem Jahr eine Fasten- und Passionszeit und durchleidet dabei nicht enden wollende Fast- und Abstinenztage. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, aus dem reichen Schatz, den die Kirche in den Jahrhunderten ihres Bestehens gesammelt hat, die Trauer- bzw. Karmetten neu zu entdecken: Es handelt sich hierbei um Gebetszeiten der Liturgie des Stundengebets am Morgen des Gründonnerstags, Karfreitags und Karsamstags.

Genannt werden sie auch „Tenebrae“ (lat. „Dunkelheit“, wörtlich „Schatten“) bzw. „Finstermette“. Neben den Psalmen, die zum Stundengebet gehören, sind es die Klagelieder des Propheten Jeremias, die in den drei Kartagen feierlich als Lesung gesungen werden.

Es ist immer wieder anrührend, auf diese Weise die alten Texte zu meditieren. Geht es in ihnen doch um Leid, Bedrohung, Erniedrigung, Ängste – Erfahrungen, die Menschen in allen Jahrtausenden machen mussten. Die Besonderheit ist aber, dass der gläubige Mensch sich auch in einem Meer aus Angst und Kummer an seinen Gott wenden kann und die Hoffnung haben darf, dass er ihn retten wird aus aller Verzweiflung.

Wer sich meditierend den Psalmen und den Klageliedern der Trauermetten anvertraut, wird sich den aktuellen Bezügen zum Geschehen unserer Zeit nicht verschließen können: von ganz allein stellen sich die Bilder ein, mit denen die Medien uns täglich überschütten. Die alten wunderbaren Texte können dazu anregen, das Leid der Welt vor Gott zu tragen, im Namen der Gepeinigten zu ihm zu schreien. Er wird uns hören.

stift kremsmuenster tenebrae leuchter weisse kerze brennt

Die Trauermetten wurden 2021 erstmals via Livestream übertragen
Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, jeweils um 07.00 Uhr
https:/youtube.com/psigie/live bzw. https:/youtube.com/psigie

Traditionsgemäß befindet sich während der Trauermette ein triangelförmiger „Tenebrae-Leuchter“ im Chorraum, der mit zweimal sieben ansteigend angeordneten Kerzen geschmückt ist. Diese insgesamt 14 Kerzen stehen für die elf treuen Apostel und die drei Marien (Maria Kleophae, Maria Salome und Maria von Magdala). An der Spitze des Leuchters befindet sich eine weitere weiße Kerze. Zu Beginn der Klagegottesdienste brennen jeweils alle Kerzen. Nach jedem Psalm bzw. jeder Lesung wird eine Kerze gelöscht, bis nur noch die oberste Kerze brennt – im Bewusstsein der bleibenden Auferstehungshoffnung, die niemals erlischt.

da ist ein Licht

 

 

 

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