Darstellung von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist
05. Juni 2020

"Aller guten Dinge sind drei"

Impuls von P. Ernst zum Dreifaltigkeitssonntag.

 „Aller guten Dinge sind drei“ – dieses Sprichwort kennen wir alle. Mit „Dinge“ sind aber nicht Gegenstände gemeint, sondern damit wird eigentlich Bezug genommen auf das Wort „Thing“ aus der mittelalterlichen Rechtssprechung. Dreimal im Jahr wurde „Thing“ gehalten: Gericht. Dreimal musste ein Angeklagter geladen werden, bevor er verurteilt werden konnte. Dreimal hatte er die Chance, sich zu verteidigen oder seine Unschuld zu beweisen. „Aller guten Dinge sind drei“ heißt dann soviel wie: Mach dir keine Sorgen, freu dich, du hast noch einen Versuch.

Auch unser christlicher Glaube steht unter diesem Geheimnis der Drei-Zahl – Vater, Sohn und Heiliger Geist – wie wir es im Glaubensbekenntnis oder im Kreuzzeichen ausdrücken. Der eine Gott offenbarte sich in dreifaltiger Weise. Als Vater, der uns aus Liebe geschaffen hat, als Sohn, der für uns Mensch geworden und durch den die Liebe des Vaters erfahrbar geworden ist und als Geist, der uns Gemeinschaft schenkt. Bei diesem Gott der Liebe dürfen wir uns geborgen und beheimatet wissen. Von diesem Gott dürfen wir uns geliebt wissen. Bei ihm dürfen wir immer wieder neu beginnen, nicht nur dreimal, wenn wir schuldig geworden sind. Mit diesem Gott dürfen und wollen wir wieder neu in die kommende Zeit gehen.

Die Dreifaltigkeit Gottes ist nicht wie ein Rätsel, das wir gedanklich lösen müssen, auch keine Denkaufgabe. Sie ist letztlich ein Geheimnis, in dem wir beheimatet und geborgen sind, in dem wir leben. Wenn wir das Kreuzzeichen machen und dabei sprechen: „Im Namen des Vaters und…“ dann ist das der Ausdruck dieses bergenden Geheimnisses.

Unser Leben verläuft nicht getrennt vom Raum Gottes, sondern wir leben in seinem Raum, in seiner Welt, wir sind sein Eigentum. Dieser Glaube schenke uns Zuversicht und begleite uns in die kommende Zeit!

P. Ernst Bamminger, OSB
Bild: Katharina Wagner, pfarrbriefservice.de

Kreuzzeichen

Wenn wir das heilige Kreuzzeichen machen, legen wir die Finger der Hand zuerst an das Haupt: das bedeutet Gott den Vater, der von niemandem ausgeht. Dann berühren unsere Finger den Leib: das bedeutet den Sohn, unseren Herrn, der vom Vater gezeugt wird und in den Leib der heiligen Jungfrau Maria hinabstieg. Dann legen wir die Finger an die eine und an die andere Schulter: das bedeutet den Heiligen Geist, der da ausgeht vom Vater und vom Sohn. Und wenn wir unsere Hände wieder ineinander falten, dann soll das sinnbilden, dass drei Personen eine einzige Wesenheit sind.

Und endlich, wenn wir unseren Mund mit dem Kreuzzeichen siegeln, so sagt das: in Jesus unserem Heiland und Erlöser wohnt der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, ein einziger Gott, unser Schöpfer und Herr.

Ignatius von Loyola
aus: Hugo Rahner, Geistliche Briefe, 348

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